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3. Juni 2012  Der "Kaiser" ist der größte Fußball-Held

ZDF-User haben abgestimmt: die Plätze 1 bis 22

Wer sind die größten Fußball-Helden der Deutschen? Die Redaktion der ZDF-Zeitgeschichte wollte es wissen und startete für die "History"-Sendung am 3. Juni 2012 eine Online-Abstimmung. Auf zdf.de wurde eifrig "voting" betrieben. Die Plätze 1 bis 22 enthalten einige Überraschungen. 

Beckenbauer, Maier und der Pokal 1974

Der WM-Pokal in den Händen von Franz Beckenbauer, daneben Torwart Sepp Maier.

(04.06.2012)

Silvia Neid

Als Spielerin wurde sie mehrfach Europameister, als Trainerin Weltmeister.

(04.06.2012)
Jürgen Sparwasser mit seinem Trikot im "Haus der Geschichte"

Jürgen Sparwasser

Jürgen Sparwasser schoss 1974 im WM-Spiel zwischen DDR und BRD das 1:0-Siegtor. "Ich habe damit deutsch-deutsche Fußballgeschichte geschrieben," erzählt die Fußball-Legende heute.

(04.06.2012 Quelle: dpa)
zdf.de

Matthäus

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus (links) landet auf Platz 9 der größten Fußball-Helden, Weltmeister und Ex-Bundestrainer Berti Vogts auf Platz 17.

(04.06.2012)

22 Fußballer und Fußballerinnen standen zur Auswahl. Zur Nr. 22 kürten die ZDF-User einen, den manche längst vergessen haben dürften: Dixie Dörner. Er war der Held der Arbeit am Ball als langjähriger Kapitän der DDR-Nationalmannschaft. Zur Wende 1989 ist er Trainer von Dynamo Dresden, 1996 wechselt er als erster Ost-Trainer zu einem West-Spitzenclub: Werder Bremen. Heute trainiert er Regionalclubs in Sachsen.

Ebenfalls eher ein Insider-Tipp: die Nr. 21, Manfred Kaltz. Er ist der Held der Flanken, der „Bananenflanken“. Mit Horst Hrubesch ein Hamburger Traumgespann. Immer dasselbe Muster: „Manni Banane, Horst Kopf: Tor“. Auch in der Nationalelf erfolgreich.

Möglicherweise unterschätzt: Silvia Neid. Bei der Abstimmung schaffte sie es nur auf Platz 20. Die Jüngeren kennen sie vor allem als Bundestrainerin. Silvia Neids Karriere beginnt in den 80er Jahren als Spielerin. Mit 24 ist sie schon zweimal Deutsche Meisterin und viermal Pokalsiegerin. Dreimal in Folge holt Spielführerin Silvia Neid mit ihrer Mannschaft den EM-Titel, 1995 wird sie auch noch Vize-Weltmeisterin. 1996 wechselt sie auf die Trainerbank und holt mehrfach den WM-Titel nach Deutschland. Für ihre Erfolge zeichnet sie der Fußballverband Fifa als weltbeste Trainerin aus. 2011 bei der WM im eigenen Land ist Deutschland Favorit – und scheidet im Viertelfinale aus. Es ist das bislang einzige Turnierspiel, das die Nationalelf von Silvia Neid verloren hat.

Auf Platz 19: Karl-Heinz Rummenigge Er ist der Star der frühen 80er. 162 Tore in nur 310 Ligaspielen. Rotbäckchen nennen damals alle den schüchternen Kalle, der mit seinen Aufgaben stetig gewachsen ist. Heute ist er das eloquente Aushängeschild des Bayern-Vorstands.

Nr. 18: Guido Buchwald. Ein unscheinbarer schwäbischer Abwehrrecke - bis zur WM 1990. Guido Buchwald mutiert zum Techniker, genannt "Diego" Buchwald. „Guido Buchwald Fussball-Gott“ - so titeln die Zeitungen noch lange danach. Mit einem entscheidenden Tor macht er auch Stuttgart zum Meister und setzt sich selbst ein Denkmal.

Berti Vogts landet auf Rang 17. Ein Meter Achtundsechzig geballte Kraft, ein beinharter Verteidiger, genannt "Terrier". Bereits  mit 18 Jahren kickt er in der Bundesliga, mit Zwanzig ist er Nationalspieler. 1974 das Highlight seiner Karriere:
Berti Vogts wird Weltmeister. Mit Borussia Mönchengladbach wird er fünfmal Deutscher Meister, zweimal UEFA-Cup-Sieger. Seine Trainerlaufbahn beginnt er als DFB-Jugendtrainer. 1990 wird er Bundestrainer und führt die Elf 1996 zur Europameisterschaft - übirgens der bislang letzte Titel der Herren-Nationalmannschaft.
1998 muss er nach verpatzter WM als Bundestrainer gehen. Es folgen Trainerposten in Schottland und Nigeria. Heute ist der polyglotte Terrier vom Niederrhein Trainer in Aserbaidschan.


Auf Platz 16: Birgit Prinz, die erfolgreichste Fußballerin der Welt. 128 Tore in 214 Länderspielen. Fast zwei Jahrzehnte das Gesicht der deutschen Nationalmannschaft. Zweimal wird sie Weltmeisterin. Mit 33 beendet die Frankfurterin ihre Karriere.

Knapp davor: Sepp Maier. 95 Mal stand er im Tor der Nationalelf und verzauberte das Publikum auch am Rande: durch Entenjagd, Show-Einlagen und Karl-Valentin-Imitationen. Höhepunkte seiner Karriere: Der WM-Pokal 1974 als Torwart und der WM-Titel von 1990 als Torwart-Trainer. Unter seinen Fittichen reift Oli Kahn zum Torwart-"Titan". Als Nationaltrainer Jürgen Klinsmann 2004 Oli Kahn zur Nr. 2 im Tor degradiert, tritt Maier als Trainer zurück.


Platz 14 für den letzten Kapitän der DDR-Nationalelf – Matthias Sammer.
Der Stürmer von Dynamo Dresden wird zum gesamtdeutschen Fußballhelden. Immer mit Herzblut dabei. Auch in der bundesdeutschen Nationalmannschaft. Verletzt hört er schon mit 33 auf, wird Trainer – und führt Dortmund prompt zur Meisterschaft. Glücklich wird der streitbare Sammer als Trainer nicht, vielleicht aber als „Sportdirektor“ des DFB.

Auf Platz 13: Nadine Angerer, Torfrau der deutschen Elf. Ihre Fans nennen sie "Natze". Berühmt wird sie bei der WM 2007: Während des gesamten Turniers bleibt ihr Kasten sauber. Ohne ein einziges Gegentor gewinnt sie mit Deutschland den Weltmeistertitel. Ein Rekord für die Ewigkeit.

Nr. 12 der Bestenliste: Jürgen Sparwasser. Ein einziges Tor macht ihn zur Legende: 1974 siegt die DDR-Nationalmannschaft über die bundesdeutsche Elf, die später Weltmeister wird. Bei ihrer Rückkehr in die DDR wird die Mannschaft für ihren Sieg über die „BRD“ gefeiert. Jürgen Sparwasser als Held. Nach seiner Fußballkarriere wird er Sportlehrer, zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Sein Ruhm verblasst. 1988 darf er noch einmal in die Bundesrepublik reisen – und bleibt. Ein Jahr später, nach dem Fall der Mauer, wird der deutsche Fußball wiedervereinigt. Sparwassers legendäres Trikot mit der Nummer 14 hängt jetzt im Bonner „Haus der Geschichte“.

Platz 11 für Rudi Völler, Vollblutstürmer und Teamchef. Torschützenkönig in Deutschland und Italien und stets Aktivposten auf dem Platz. Als Trainer wie als Spieler.

Jürgen Klinsmann schafft´s in die Top Ten. Ein echter Weltenbummler und Welttorjäger. Sogar in England ist „Klinsi“ Fußballer des Jahres. Bis heute ist sein Name untrennbar verbunden mit dem "deutschen Sommermärchen", der WM von 2006, bei der die deutsche Elf unter Bundestrainer Klinsmann zwar "nur" Dritter wurde, aber anerkannt schönen Fußball spielte.

Platz 9 für Lothar Matthäus, den Kapitän der Weltmeister von 1990. Ein Kämpfer und Solokünstler. 1979 steigt der gelernte Raumausstatter aus dem fränkischen Herzogenaurach als Mittelfeldspieler bei Mönchengladbach in die Bundesliga ein. Er spielt bei Bayern München, Inter Mailand und in New York. 150 Mal läuft er im Trikot der Nationalmannschaft auf und nimmt an fünf Weltmeisterschaften ein. Zweimal kürt die Fifa ihn zum "Weltfußballer". Als Trainer ist er weniger erfolgreich, Schlagzeilen macht der extrovertierte Franke heute vor allem mit seinem Privatleben.


Platz 8: Paul Breitner, der Revoluzzer des deutschen Fußballs. In den 70ern gefeierter Torschütze und Bayern-Kapitän. 1974 Weltmeister. Heute ist Breitner Coach bei Bayern München.

Auf Platz 7 Günter Netzer. Lange strähnige Haare – und lange schnelle Autos: seine Markenzeichen. In den 70ern ist er Mittelfeldstratege von Borussia Mönchengladbach sowie umtriebiger Geschäftsmann: Versicherungsagent, Discobesitzer, Sportrechte-Händler. In der Nationalelf kommt er nur 37mal zum Einsatz.


Platz 8 Michael Ballack, der „Capitano“ der Nationalelf beim Sommermärchen 2006. Links wie rechts torgefährlich. Der große Titel aber bleibt ihm versagt. Nach langer Verletzungspause ist 2010 Schluß mit der Nationalmannschaft. Bis Ende der Saison spielt er noch bei Bayer Leverkusen.


Helmut Rahn wird Fünfter: Der legendäre Schütze des Siegtores von 1954, als Deutschland erstmals Fußball-Weltmeister wurde. Der Stürmer von Rot-Weiß-Essen wird zum „Held von Bern“. In seiner Heimat nennen sie Rahn liebevoll  „Boss“. Der Spross einer Bergmannsfamilie ist gelernter Elektriker, ein ruhiger Typ mit trockenem Humor.
Mit Kapitän Fritz Walter ist er eng befreundet. Doch immer öfter verdribbelt sich der Kicker abseits des Platzes. Ein Autounfall im Vollrausch, Widerstand gegen die Staatsgewalt - damit macht Rahn Schlagzeilen: Vier Wochen Gefängnis ohne Bewährung. Mit 35 Jahren tauscht Rahn den Fußballplatz gegen die Trabrennbahn. Pferdesport wird zur Passion. 2003 stirbt der Held von Bern, mit 74, nach langer, schwerer Krankheit.


Platz 4 für Uwe Seeler: Der Held der 50er und 60er Jahre. Kämpferisch, kopfballstark.
"Uns Uwe" - von 1954 bis 1970 in der Nationalelf – also ewig. Aber - ohne WM-Titel.
Der bodenständige Hamburger verkörpert bis heute einen ehrlichen, skandalfreien Profifußball.

Fritz Walter, der legendäre Mannschaftskapitän der Weltmeister von 1954, wird Dritter. Er führte seine Elf mit 3:2 über Ungarn zum "Wunder von Bern". Mit dem 1. FC Kaiserslautern holte er zweimal den deutschen Meistertitel.

Zweiter ist Gerd Müller, der "Bomber der Nation": Er schießt das Siegtor im WM-Finale 1974. Der Bayer trifft aus jeder Lage. Ein Phänomen bis heute. Gleich nach dem WM-Sieg tritt der 28-Jährige aus der Nationalelf zurück und spielt nur noch für Bayern München. Seit 12 Jahren trainiert er dort die 2. Mannschaft.

Unangefochten die Nr. 1: der "Kaiser". Franz Beckenbauer, der sein Leben lang nichts anderes wollte als Fußball spielen. Mit 13 kommt er zum "FC Bayern München" – damals ein Allerweltsklub. 1965 steigt Amateur Beckenbauer mit den Bayern in die Bundesliga auf. Der Youngster sorgt für viel Furore – auch  bei der WM `66 in England. Dort wird  er zum besten Jungspieler des Turniers gewählt. 1974 wird er als Kapitän Weltmeister.


Im Verein bei Bayern München gewinnt "der Kaiser" Franz Anfang/Mitte der 70er alles: drei Meistertitel in Folge, DFB-Pokal, mehrere Europapokal-Titel. Mit Cosmos New York
wird er dreimal US-Meister, seine Karriere endet in der Bundesliga beim HSV. Gleich danach wird er mangels Trainerlizenz "Teamchef" der Nationalelf, die er 1990 zum weiteren Weltmeister-Titel führt. Zur Zeit ist er Ehrenpräsident des FC Bayern und in einer „Zukunfts-Taskforce“ der Fifa.

04.06.2012

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