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Geheimcode in der Wüste  | Sendung vom 18.11.2013 [Archiv] Das Geheimnis der Nasca-Linien

Auf Spurensuche in Peru

Bis heute geben mysteriöse Zeichnungen im Wüstensand Perus den Archäologen Rätsel auf. Über eine Fläche von etwa 500 Quadratkilometern ziehen sich die Linien von Nasca durch den Wüstenboden. Heute gelten sie als achtes Weltwunder. Doch wie sind die Linien vor rund 2000 Jahren entstanden und vor allem: Wofür?  

Geoglyph eines Affen in der Wüste von Peru

Das Geheimnis der Nasca-Linien

Die Nasca-Linien im Süden von Peru zählen zu den berühmtesten Hinterlassenschaften der Vorzeit. Immer wieder bietet das Ensemble aus mythischen Figuren, exotischen Tierdarstellungen und geometrischen Bodenbildern Anlass für wilde Spekulationen.

(Quelle: reuters)

Nachdem im Jahre 1537 erstmals spanische Eroberer Notiz von den seltsamen Linien genommen hatten, gerieten sie über Jahrhunderte wieder in Vergessenheit. Erst als in den 1920er Jahren regelmäßig kommerzielle Fluglinien die Atacama-Wüste überquerten, wurden die Geoglyphen wieder entdeckt.

Stille Zeugen der Indios

Das Indiovolk der Nasca, das vor über 2000 Jahren die Wüste Perus besiedelte, hinterließ Hunderte Linien, Dreiecke und fußballfeldgroße Abbilder von Tieren im Wüstensand. Sie scharrten die obersten, dunkleren Gesteinsschichten ab und durch den Kontrast mit den tieferen, lehmhaltigen Schichten zeichnen sich die Umrisse jener Figuren ab, die aufgrund ihrer Größe am besten aus der Luft zu erkennen sind.

Mittlerweile gelten die Nasca-Linien als das achte Weltwunder. Auf die Frage nach ihrer wahren Bedeutung aber halten Wissenschaftler und Phantasten zahlreiche Antworten parat.

Geoglyph eines Affen in der Wüste von Peru
Geoglyph eines Affen in der Wüste von Peru (Quelle: reuters)

Peillinien für Himmelskörper

Der Name Maria Reiche ist wie kein zweiter mit dem Geheimnis der Nasca-Linien verbunden. Die deutsche Wissenschaftlerin studierte die Nasca-Linien über 60 Jahre lang, bis zu ihrem Tod im Jahre 1998. Sie war wie besessen davon zu beweisen, dass die Geoglyphen wie ein gigantisches Astro-Lehrbuch zu lesen seien. Eine Himmelskarte, auf der die Sternenbilder und Konstellationen aller Jahreszeiten verzeichnet sind.

Reiches Engagement ist es zu verdanken, dass die Nasca-Linien 1994 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurden. Doch ihre Theorie klingt abenteuerlich: Verfügten die Nasca tatsächlich schon vor über 2000 Jahren über solch umfangreiche astronomischen Kenntnisse?

Landebahnen für Außerirdische

Reiches Nachfolger trumpften mit weit spektakuläreren Visionen auf. 1968 stellte Erich von Däniken die Behauptung auf, die Nasca-Linien seien Landebahnen für Besucher aus fremden Galaxien. Dort gemessene Veränderungen des irdischen Magnetfelds und im Boden befindliche Spuren von Arsen und kristallinem Glas ließen für ihn keinen anderen Schluss zu.

Die Wissenschaft schenkt den Theorien des selbst ernannten Präastronautikers Däniken wenig Glauben. Seinem Erfolg tut das keinen Abbruch: Über 62 Millionen Mal gingen seine Bücher bereits über die Ladentheke.

Karte unterirdischer Wasserläufe

Die Nasca rüsteten sich gegen drohende Dürreperioden mit einem unterirdischen Kanalsystem, das sich aus dem Grundwasser speist. Etwa alle 45 Meter führt ein spiralförmiger Eingang in das Bewässerungssystem hinab. Von oben sehen die Eingänge wie Schraubenlöcher im Wüstensand aus.

Diese ausgeklügelten Kanalsysteme dienen noch heute der Landwirtschaft. Ist es denkbar, dass die Nasca diese architektonische Meisterleistung im Wüstensand verewigten?

Die Kultstätte Cahuachi

Cahuachi gilt als die größte erhaltene Zeremonialstätte aus präkolumbianischer Zeit. Auf dem etwa 24 Quadratkilometer großen Areal errichteten die Nasca mehrere Stufenpyramiden. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, es handele bei Cahuachi um ein politisches Verwaltungszentrum. Inzwischen konnten Archäologen jedoch nachweisen, dass es dort keinerlei Spuren gibt, die auf normale Alltagsaktivitäten hindeuten.

Sämtliche Fundstücke aus den Gebäuderesten lassen auf eine Verwendung zu rituellen Zwecken schließen. Von Cahuachi aus führt der Großteil der rätselhaften Nasca-Linien hinaus in die Wüste. Gibt es einen Zusammenhang von Cahuachi und den Zeichnungen im Wüstensand? Markierten auch die Nasca-Linien einen heiligen Ort?

Gemeinsam mit den Kollegen vom History Channel geht ZDF-History in der Wüste von Peru auf Spurensuche - mit verblüffenden Ergebnissen.

18.11.2013

ZDFmediathek: ZDFinfo

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